Jahresausflug am 11. Juni 2015: Besuch im Regierungsbunker von Ahrweiler und im Benediktinerkloster Maria Laach Eine    freundliche   Begrüßungsrede   durch Abteilungsleiter   Ingbert   Frankenberger   in   dem bis   auf   den   letzten   Platz   besetzten   Bus,   eine   gute   Wetterprognose   für   den   Reisetag und   kein   Stau   auf   der   dafür   berüchtigten   Autobahnstrecke   im   Bereich   Offenbach- Frankfurt:   Der   Einstieg   in   den   Jahresausflug   2015   war   ohne   Makel!   Als   auch   der   Taxi- Transfer   in Ahrweiler   vom   "Parkplatz   Römervilla"   hoch   zum   Regierungsbunker   klappte und   die   Führung   durch   sein   museales   Teilstück   zur   vereinbarten   Zeit   starten   konnte, waren   alle   möglichen   Störungen   der   Organisation   ausgeblieben   und   die   Herzsportler konnten     sich     der     Bunkeranlage     und     ihrer     bizarren     Geschichte     mit     voller Aufmerksamkeit widmen. Und   die   Geschichte   des   Regierungsbunkers   hat   es in   sich:   Im   Jahre      1955   gelangte   nach   dem   NATO- Beitritt    der    Bundesrepublik    ein    Projekt    auf    die Agenda   der   Bundesregierung,   das   sich   -   so   wörtlich -    "Ausweichsitz    für    die    Verfassungsorgane    des Bundes     im     Krisen-     und     Verteidigungsfall     zur Wahrung    von    deren    Funktionstüchtigkeit"    nannte. Inhaltlich   ging   es   darum,   einen   Ort   auszumachen   und   ihn   so   zu   gestalten,   dass   die   Führungskräfte   der Bundesrepublik   in   ihm   Schutz   finden   können,   wenn   ein   atomarer   Angriff   das   normale   Leben   im   Land empfindlich    stört.    Und    dieser    Ort    sollte,    so    die    politische    Doktrin,    Handlungsfähigkeit    bis    zu    einem Gegenschlag   gewährleisten.   Mindestens   30   Tage   sollte   er   es   bis   zu   3000   Menschen   ermöglichen,   dem Land   noch   in   einer   Art   von   Notverwaltung   zu   dienen.   Der   Personenkreis,   an   den   hier   gedacht   war,   nennt den   Bundespräsidenten,   den   Bundeskanzler   und   seine   Regierung,   ein   Notparlament,   die   höchsten   Militärs   sowie   Vertreter   der   Finanz-   und Wirtschaftswelt    zuzüglich    all    ihrer    engsten    Mitarbeiter.    Als    nahe    am    damaligen    Regierungssitz    Bonn    gelegen    und    aufgrund    seiner geologischen Struktur wählten Fachleute für dieses Projekt den bis dato funktionslosen Tunnel bei Ahrweiler aus.    Der   Ausbau   dieses   Tunnels   begann   1960   und   galt   als   streng   geheim.   Wenn   über   ihn   gesprochen   werden   musste,   geschah   das   unter   dem poetischen   Codenamen   "Rosengarten".   Dennoch   erschienen   über   das   Projekt   Presseberichte   und   es   gab   Fotos.   Sie   basierten   allerdings mehr   auf   Vermutungen   als   auf Tatsachen.   Und   sie   wurden   streng   geahndet,   worüber   die   Pressefreiheit   in   der   noch   jungen   Bundesrepublik   in Gefahr   geriet.   Heute   weiß   man,   dass   die   Geheimdienste   der   DDR   über   den   Bunkerausbau   voll   im   Bild   waren.   Entsprechende   Dokumente     wurden nach dem Mauerfall 1989 in Ostberlin aufgefunden. Die   Kosten   des   Tunnelausbaues   wurden   uns   bei   der   Führung   durch   die Anlage   mit   wahrscheinlich   4,5   -   5   Milliarden   Mark   benannt.   Genaue Zahlen   gibt   es   bis   heute   nicht,   sie   gelten   noch   immer   als   geheim.   Was   man   weiß   ist,   dass   der   Bunker   die   teuerste   Einzelmaßnahme gewesen   sein   dürfte,   die   je   in   Deutschland   durchgezogen   worden   ist.   Und   man   sieht   es   bei   der   Besichtigung,   dass   hier   nicht   gespart   wurde, hatte   die   Bunkeranlage   doch   gigantische   Ausmaße:   Sie   bestand   aus   fünf   autarken   Tunnelteilen,   die   im   Ernstfall   hätten   voneinander abgekoppelt   werden   können.   Auf   insgesamt   19   km   Stollenlänge   lagen   367.000   Kubikmeter   umbauter   Raum.   Und   was   da   eingebaut   wurde war    deutsche    Wertarbeit    allerhöchster    Güte:    Auf    83.000    Quadratmetern    Nutzfläche    gab    es    936    Schlafzellen,    alle    sehr    spartanisch eingerichtet.   Nur   die   dem   Bundespräsidenten   und   dem   Bundeskanzler   reservierten   Schlafzimmer   waren   zur   Ein-Mann-Nutzung   vorgesehen, alle    anderen    waren    Mehrbettzimmer.    Weiter    gab    es    897    Büros    und    Konferenzräume,    außerdem    Operationssäle,    ein    Raum    für Zahnbehandlungen,   eine   Druckerei,   ein   Friseursalon,   Küchen,   Vorratsräume,   Werkstätten   und   Ersatzteillager.   In   die   Abtrennungen   dieser Räume   waren   mehr   als   25.000   Türen   eingebaut.   Für   Transporte   innerhalb   des   Tunnels   wurden   Elektrofahrzeuge   eingesetzt.   Und   die Anlage war   vollkommen      unabhängig   in   der   Versorgung   mit   elektrischer   Energie,   mit   Frischluft   und   Trinkwasser.   Ihre   Ausgänge   und   Notausstiege ließen sich hermetisch abriegeln, was mit rollbaren MAN-Toren aus Stahl und Beton mit einem Gewicht von jeweils 25 Tonnen geschah. 1972       war       der       Regierungsbunker fertiggestellt.   In   regelmäßigen   Abständen   wurde   nun   in   ihm   der   Ernstfall   geprobt. Rund   200   direkt   vom   Bund   beschäftigte Arbeitnehmer   gewährleisteten   den   Betrieb der   Anlage.   Und   sie   waren   alle   zur   strengsten   Geheimhaltung   verpflichtet.   Ein Verstoß   hätte   den   sofortigen Arbeitsplatzverlust   bedeutet.   Die Aufgabe   der   200   Leute   war,   die Anlage,   die   Einrichtungen   und   das   Mobiliar   für den Ernstfall in Stand zu halten. Unsere   Führer   durch   die Anlage   berichteten   uns,   dass   erst   1997   die   Bundesregierung   zu   der   Erkenntnis   gelangt   sei,   dass   der   "Kalte   Krieg" als   beendet   angesehen   werden   könne   und   dass   Deutschland   keine   atomare   Bedrohung   mehr   zu   befürchten   habe.   Und   das   sei   dann   der Hauptgrund   für   die Aufgabe   des   Bunkers   gewesen. Aber   auch   der   zwischenzeitlich   erfolgte   Umzug   der   Bundesregierung   in   das   mehr   als   600 km   entfernte   Berlin   und   verschärfte   Brandschutzbestimmungen,   die   außergewöhnliche   und   kostenträchtige   Umbauten   nötig   gemacht   hätten, habe   dafür   gesprochen.   Der   Vermögensverwaltung   des   Bundes   sei   nun   die   schwierige Aufgabe   zugefallen,   eine   sinnvolle Anschlussnutzung zu   suchen. Als   sich   da   nichts Adäquates   fand,   sei   im   September   2001   mit   dem   Rückbau   des   riesigen   Tunnelsystems   begonnen   worden.   Die Entscheidung   fiel   zugunsten   einer   totalen   Entkernung,   weil   sie   sich   nach   Prüfung   aller   Alternativen   als   die   wirtschaftlich   günstigste   Lösung herausgestellt   habe.   35   Millionen   Euro   seien   dafür   bereitgestellt   und   später   auch   gezahlt   worden.   Im   Verlaufe   der   Arbeiten   habe   sich   der Bund   damit   einverstanden   erklärt,   ein   200   m   langes   Tunnelstück   zu   erhalten   und   der   Öffentlichkeit   als   Museum   zugänglich   zu   machen.   Und das   ließen   sich   nun   unsere   Herzsportler   bei   einer   gut   eineinhalbstündigen   Führung   zeigen.   In   den   Gesprächen   danach   wurde   deutlich,   dass das,   was   uns   hier   vor Augen   gekommen   ist,   ein   markantes   Stück   deutsche   Geschichte   verdeutlicht.   Wir   fanden,   dass   der   Regierungsbunker Ängste   dokumentiert,   die   sich   zu   Zeiten   des   "Kalten   Krieges"   und   des   "Eisernen   Vorhangs"   ins   Extreme   gesteigert   haben   und   die   auch   nicht davor   zurückschrecken   ließen,   Milliarden   in   ein   diffuses   Projekt   zu   investieren.   Wir   waren   uns   einig,   dass   diese   Gelder   im   sozialen   Bereich weit besser angelegt gewesen wären. Der Bunker, so unser Fazit, war eine Absurdität, die sich heute nur schwer begreifen lässt! Durch   das   Ahrtor,   das   sich   wie   noch   drei   weitere Tore   in   die   Ahrweiler      umlaufende   Stadtbefestigung einfügt,   betreten   wir   die   autofreie   Altstadt.   Unser Mittagessen    in    den    "Eifelstuben"    ist    gut    und    so organisiert,   dass   uns   für   einen   Bummel   durch   das schöne   Städtchen   noch   ausreichend      Zeit   bleibt. Wir     sehen,     sehr     idyllisch     wirkend,     die     vielen Fachwerkhäuser   am   Markt   und   entlang   der   beiden Einkaufsstraßen.      Und      kaum      einer      unserer Herzsportler       lässt       sich       den       Besuch       der wahrscheinlich     1269     entstandenen     und     damit ältesten    gotischen    Hallenkirche    des    Rheinlandes entgehen,      deren      Inneres      mit      vielen      Wand- malereien      aus      verschiedenen      Jahrhunderten geschmückt ist.  Von   Ahrweiler   nach   Maria   Laach ist   der   Weg   nicht   weit.   Schon   das   Umfeld   der   hochmittelalterlichen   Klosteranlage macht   deutlich,   dass   der   Benediktinerorden   hier   einen   reichen   Besitz   verwaltet.   Dazu gehört    das    so    genannte    "Klostergut",    ein    heute    verpachtetes    landwirtschaftliches Anwesen,   das   als   Biobauernhof   mit   angeschlossenem   Bioladen   betrieben   wird.   Der Abtei    gehört    auch    der    Laacher    See    mit    seinen    touristischen    Einrichtungen    wie Campingplatz,   Bootsverleih   und   Fischfang,   ebenso   das   renom-mierte   Seehotel,   eine große    Gärtnerei    mit    Obstgarten, ein             Kunst-Verlag,             eine Buchhandlung,                          eine Bildhauerwerkstatt       sowie       ver- schiedene    Handwerksbetriebe,    in denen   auch   ausgebildet   wird.   Zu nennen    sind    da    eine    Glocken- gießerei,   eine   Kunstschmiede   und eine   Schreinerei.   Und   die   Herzsportler   taten   in   Maria   Laach   zuerst   das,   was   persönlich am   meisten   interessierte.   Manche   tranken   Kaffee   im   Seehotel,   andere   bummelten   durch einen   oder   mehrere   der   offenen   Betriebe   und   Läden,   wobei   eine   Freiluft-Präsentation   von Kunstschmiedearbeiten    sehr    große    Beachtung    fand.    Um    17.30    Uhr    trafen    sich    alle Teilnehmer    der    Fahrt    in    der    sechstürmigen    Klosterkirche,    dem    sogenannten    Laacher Münster,   um   die   Vesper   der   Mönche   zu   hören.   Wie   alle   Gottesdienste   wird   auch   sie   in diesem   Benediktinerkloster   von   gregorianischen   Chorälen   bestimmt.   Für   uns   wurde   der Gesang der Mönche zu einer halben Stunde der Besinnung und der Meditation. Auf     der     Treppe,     die     zu     dem     "Paradies" genannten      prachtvollen      Westeingang      der Klosterkirche    hinabführt,    versammelten    sich anschließend   die   meisten   unserer   Herzsportler noch   zum   Erinnerungsfoto.   Einige   fehlten;   sie haben       sich       trotz      Ankündigung       dieses Fototermins   zu   schnell   auf   den   Weg   zum   Bus gemacht,    mit    dem    wir    dann    die    Heimfahrt antreten.   Zur   Schlussrast   mit   Abendessen   hat- ten   wir   uns   die   "Pfaffenmühle"      in   Aschaffen- burg ausgesucht - eine gute Wahl. zurück
Herzsportgruppen Turnverein Elsenfeld Abteilungsleiter: Heinz Ruppert Tel.: 09372 / 65 09
Übungsstunden: montags: 18:30 bis 20:00 Uhr dienstags: 19:30 bis 21:00 Uhr
Herzsport Elsenfeld